Didaktik

Posted by | Posted in Allgemein | Posted on 08-04-2010

Wie kann man erreichen, dass interaktive Infografiken nicht nur hübsch aussehen, sondern Wissen vermitteln und einen Mehrwert bieten?

Bei der Konzeption einer interaktiven Infografik spielen didaktische Überlegungen eine wichtige Rolle. Folgende Ansätze stammen aus einem “Werkstattgespräch” zu Didaktik im Bezug auf Infografiken mit Prof. Dr. Frank Thissen:

  • Für wen gestalte ich und wie kann ich meine Zielgruppe ansprechen?
    Es ist wichtig die Zielgruppe zu kennen und “ihre” Sprache  zu sprechen (-> Fachbegriffe verwenden?)

    Darüber hinaus gilt es zu ermitteln, wie ich meine Zielgruppe persönlich ansprechen kann. Beispielsweise mit welchen Gegenständen aus dem Alltag des Nutzers bzw. Lernenden die zu vermittelnden Sachverhalte konkretisiert werden können. Denn wenn dem Nutzer aufgezeigt wird, “wie sich was” auf sein alltägliches Leben auswirkt oder wie der Einzelne etwas verändern kann, gewinnt man das Interesse und die Aufmerksamkeit der Zielgruppe.

  • Metaphern nutzen
    vertraute Dinge bzw. Metaphern verwenden, um dem Lernenden bzw. dem Nutzer unbekannte Sachverhalte näher zu bringen.
  • Was soll gelernt werden?
    Es sollte klar sein was die Lernziele sind. Einerseits für den Gestalter einer Infografik, andererseits für den Lernenden/Nutzer einer Infografik.
  • Emotionalität
    Emotionale Anknüpfungspunkte schaffen
    -> den Nutzer neugierig machen, faszinieren
    Exploratives Lernen
    -> Ausprobieren, experimentieren ist spannend; dabei können Erfahrungen gesammelt werden.
  • Vom Gerüst zum Detail
    Größere Zusammenhänge hängen zwangsläufig mit der alltäglichen Erlebniswelt zusammen. Sie können dadurch auf vielen Ebenen mit Vertrauten Informationen im Gehirn verankert werden. Sie bieten dann die Grundlage um später präsentierte Detailinformationen aufzunehmen zu können.
  • Neues alt verpacken
    mildert Abwehrhaltung gegen Neues; Erfolgserlebnisse durch Wiedererkennen
    -> z.B. Methaphern aus dem Alltag verwenden
  • Vom Anschaulichen zum Abstrakten
    -> Beispiel als Einstieg nutzen; Theorie nachschieben
  • Kernideen-Konzept
    nach Gallin und Ruf
    (Hier gibt es eine Definition)<-LINK
    Eine Kernidee gibt Orientierung im einem unübersichtlichen neuen Themenfeld. Sie macht neugierig und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Thema bzw. auf dessen Aspekte. Sie knüpft an der Erfahrungswelt des Lernenden an. Eine Kernidee ist knapp und prägnant formuliert, zeigt aber bereits Hintergründe auf.
  • Konzept der geheimen Orte
    nach Christian Mikunda
    -> wichtige Informationen/attraktive Dinge nicht offensichtlich, sondern an “geheimen Orten” platzieren bzw. daraus ein “Geheimnis machen”; das macht ein Objekt attraktiver/exklusiver; man muss sich erst vorarbeiten; Belohnungseffekt

    z.B. arbeitet Nikon mit dem Effekt: Auf dem Blog nikonrumors.com werden Gerüchte und Vorinformationen über neue Kameras veröffentlicht und diskutiert.

  • Narrative Elemente
    -> Informationen spannend verpacken
  • Menschen lieben Probleme
    … denn das Leben wäre sonst langweilig. Das Lösen führt zu Erfolgserlebnissen.
    -> Thema als persönliche Herausforderung für den Nutzer präsentieren
    -> Handlungsspielraum lassen und Problemlösung ermöglichen
  • Spielbasiertes Lernen
    Wettbewerbscharakter schaffen, z.B. durch Punkte sammeln?

Weiterlesen …
Bücher:
“Denken, lernen, vergessen”, Frederic Vester
“Der verbotene Ort oder die inszenierte Verführung”, Christian Mikunda

Links:
13 Regeln aus der Lernbiologie, Frederic Vester

Comments posted (1)

Post a comment

You must be logged in to post a comment.